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„Harte Zeiten“ – als ob es nicht schon längst hart genug wäre. Ein Leben ohne festen Wohnsitz ist nicht nur menschenunwürdig, es ist auch eine Gefahr für Leib und Leben. Gewalttätige Übergriffe auf wohnungs- und obdachlose Menschen nehmen weiterhin zu – und hinter jeder Zahl stehen Menschen mit eigenen Geschichten, Ängsten und Hoffnungen.
Gewalt auf der Straße ist das zentrale Thema dieser Ausgabe. Auf S. 7 berichten wir über die Lage in Berlin, wo jährlich fast 500 Gewaltdelikte gegen Obdachlose registriert werden – mit vermutlich hoher Dunkelziffer. Besonders gefährdet sind Frauen. Dazu haben wir mit Marie-Sol Gersch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. über Ursachen und mögliche Lösungsansätze gesprochen.
Auch die geplante Ablösung des Bürgergelds durch eine neue Grundsicherung mit strengeren Sanktionen ist Thema (S. 11). Expert:innen warnen vor möglichen sozialen Abstiegsrisiken. Wir haben dazu mit Prof. Dr. Bettina Kohlrausch vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung sowie mit der Bürgergeldempfängerin Nina Pfeil gesprochen.
Weitere Stimmen von Betroffenen finden Sie auf S. 14. Eine ungewöhnliche Geschichte erzählt S. 20: Aus einer zufälligen Begegnung zwischen einem Immobilienmakler und einem Obdachlosen entsteht eine Freundschaft – und schließlich eine Wohngemeinschaft.
Außerdem im Heft: In „Berliner Köpfe“ (S. 28) stellen wir Christiane Faude-Großmann und ihr Projekt Mehrblick vor, das obdachlose Menschen mit Brillen versorgt. Auf der „Berliner Bühne“ (S. 30) steht diesmal die Band Il Civetto. Veranstaltungstipps und Kreuzworträtsel gibt es natürlich ebenfalls.