Heinz_C._1_kleinerMit dem strassenfeger ist eine Grundüberzeugung verbunden: Arme Menschen sollen nicht nur auf Almosen und Spenden angewiesen sein – auch wenn das wichtig ist -, sondern sollen selbstbestimmt arbeiten können. Und sie sollen selbst entscheiden können, was sie mit dem verdienten Geld anfangen.

Die Straßenzeitung strassenfeger bietet nichts anderes als „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Sie erscheint vierzehntägig montags mit 26 Ausgaben pro Jahr und erreicht eine durchschnittlich verkauften Auflage von ca. 21.000 Exemplaren. Der Preis beträgt 1,50 Euro, davon behalten die Verkäufer_innen 90 Cent, 60 Cent fließen in die Arbeit des Vereins.

Verkaufen darf den strassenfeger jede_r, allerdings ist es eine harte Arbeit und daher kommen nur die Menschen zu uns, die es bitter nötig haben: Obdachlose, von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen und Menschen, die von Sozilahilfe oder Hartz IV leben müssen. Unsere Verkäufer_innen sind sehr unterschiedlichen Leute, wenn sie auch eines gemeinsam haben: Sie sind alle in einem sehr konkreten Sinne arm.

Typische Verkaufsorte sind Einkaufszentren, Supermärkte, vor Bahnhöfen, an öffentlichen Plätzen und bei Veranstaltungen. Rund 850 Menschen haben bislang von uns einen Verkäuferausweis erhalten, von Monat zu Monat werden es mehr. Und mehr als die Hälfte von ihnen verkauft den strassenfeger regelmäßig in Berlin und Brandenburg.

Die Verkäufer_innen sind keine Angestellten des Vereins. Wir schreiben ihnen deshalb auch nicht vor, wann, wo und wie viel sie zu verkaufen haben. Allerdings gibt es Regeln darüber, was erlaubt bzw. nicht erwünscht ist. Diese Selbstverpflichtung müssen alle, die den strassenfeger verkaufen möchte, lesen, verstehen und akzeptieren, es gibt sie daher in verschiedenen Sprachen.

Ringck_Bild16_kleinDie Gruppe der Verkäufer_innen, die Notübernachtung, der Vertrieb und die Redaktion sind selbstständige und aufeinander bezogene Einheiten unseres Projekts.

Alle obachlosen Verkäufer_innen haben die Möglichkeit, in den Bereichen Notübernachtung, Vertrieb und Redaktion – Stichwort: „Autoren zum Anfassen” – aktiv mitzuwirken und sich so neue Handlungsfelder zu erschließen. Diese Offenheit allen gegenüber ist ein zentrales Prinzip unserer Arbeit.

Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist die Qualität der Zeitung. Daran arbeiten wir beständig. Im Jahr 2009 haben wir das Format komplett umgestaltet: Der strassenfeger erscheint seitdem mit 32 Seiten Umfang und komplett in Farbe.

Der strassenfeger beschäftigt sich dabei nicht nur mit den Themen Obdachlosigkeit und Armut. Wir nehmen auch entschieden Partei für andere ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen: unabhängig, unbestechlich und ohne Scheu, Missstände sowie Konflikte offen zu benennen und uns auch selbst der Kritik zu stellen.

Jedes Heft gliedert sich in einen Thementeil und verschiedene Rubriken, z.B. günstige kulturelle Veranstaltungen, den Hartz IV Ratgeber, Aktuelles, Cartoons von OL und Prüstel oder die Glosse von Käptn Graubär.

Lesen Sie doch einfach mal rein. :-)