Das Café Kaffee Bankrott ist ein offener Treffpunkt für Verkäufer_innen des strassenfeger, für obdachlose Menschen, die unsere Notunterkunft nutzen, für Vereinsmitglieder und MitarbeiterInnen und für Anwohner_innen und andere interessierte Menschen, die Lust auf etwas zu Essen oder einen Kaffee haben und dabei gerne mit anderen Menschen und Lebensweisen in Kontakt kommen möchten.

jurek_kopfJurek meint: Kaffee Bankrott ist fantastisch – Die Nächte verbringe ich meistens in den S-Bahnzügen, vor allem in der Ringbahn. Und weil ich meinen Alltag genau planen muss, wozu ich Ruhe und eine freundliche Umgebung brauche, gehe ich jeden Morgen und jeden Nachmittag ins Kaffee Bankrott. Dort ist es fantastisch, man kann gut, reichlich und preiswert essen, duschen, und mit netten Leuten plaudern.

 

Das Kaffee Bankrott

Opi ist Stammgast im Kaffee Bankrott
Opi ist Stammgast im Kaffee Bankrott

 

Das Café Kaffee Bankrott ist ein offener Treffpunkt für Verkäufer_innen des strassenfeger, für obdachlose Menschen, die unsere Notunterkunft nutzen, für Vereinsmitglieder und MitarbeiterInnen und für Anwohner_innen und andere interessierte Menschen, die Lust auf etwas zu Essen oder einen Kaffee haben und dabei gerne mit anderen Menschen und Lebensweisen in Kontakt kommen möchten.Das Café befindet sich in der Storkower Straße 139d (bevor man zum Kaufland runter geht, gleich rechts rein; nächster S-Bhf: Landsberger Allee)
Öffnungszeiten: Mo – So von 8:00 – 20:00 Uhr

Zu den Angeboten des Treffpunktes gehören:

  • Soziale Kontakte und Selbsthilfe
  • kostenloses Surfen im Internet
  • Gelegenheit zum Aufenthalt und zum Aufwärmen
  • Kaffee, Tee und weitere Getränke zu Minimalpreisen
  • Frühstück und Mittagsessen zu Minimalpreisen
  • Veranstaltungen und Ausstellungen

Um ein freundliches und unproblematisches Miteinander zu gewährleisten, gelten im Café und im angegliederten Gemeinschaftsraum folgende Regeln:

  • keine Gewaltandrohung und -anwendung
  • keine sexuelle Belästigung
  • kein Drogenkonsum (inkl. Alkohol) in unseren Räumen

Wir freuen uns auf Sie!

Hat wieder gut geschmeckt

Die Küche des Vereins mob e.V. gibt täglich 80 Mahlzeiten an Bedürftige aus. Köchin Gitti trifft nicht nur den Geschmack der Besucher, sie ist auch die gute Seele des Küchenteams.

Wenn Gitti R. morgens um halb sechs die Tür zum „Kaffee Bankrott“ aufschließt, ist es noch herrlich ruhig im Haus. Die Kollegen kommen erst um acht Uhr, und auch der Betrieb im Café geht dann erst los. Gelegenheit, die Ruhe zu genießen und wach zu werden. Kaffee muss gekocht werden, Brötchen geschmiert, erste Vorbereitungen für das Mittagessen getroffen werden.

Eine warme Mahlzeit im Kaffee Bankrott zum kleinen Preis
Eine warme Mahlzeit im Kaffee Bankrott zum kleinen Preis

Das „Kaffee Bankrott“ wird vom Verein mob e.V. – Obdachlose machen mobil betrieben. Neben dem Café mit angeschlossener Küche sind im Gebäude auch eine ganzjährige Notübernachtung, ein Gebrauchtmöbel-Kaufhaus und die Redaktion des strassenfeger untergebracht. Die Sozial- und Rechtsberatung findet ebenfalls hier in der Prenzlauer Allee statt.

Herzstück und zentraler Treffpunkt des Vereins ist der an das Café angrenzende Aufenthaltsbereich. Bedürftige und obdachlose Menschen kommen hierher, um eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen, sich im Winter aufzuwärmen, um unter Leuten zu sein. strassenfeger-Verkäufer legen hier eine Kaffee-Pause ein und kaufen am Tresen im Café ihre Zeitungen nach. Andere nutzen den kostenlosen Internet-Zugang. Nicht selten nickt hier der eine oder andere auch mal ein.

Gäste vor dem Kaffee Bankrott
Gäste vor dem Kaffee Bankrott

Es ist inzwischen zehn Uhr geworden, und in der Küche herrscht Hochbetrieb. Drei Frauen in weißen T-Shirts schälen Kartoffeln, schneiden Fleisch und Gemüse, waschen Geschirr ab. Gitti, die eigentlich Brigitte heißt, steht mit konzentrierter Miene und Schneebesen in der Hand am Herd vor einem mächtigen Topf. Dampf steigt aus der kochenden Sauce empor. Dass die blonde Frau mit den riesigen Töpfen zurechtkommt, die sie gerade mal mit Schultern und Kopf überragt – Gitti ist 1,52m groß – wundert nur die Zuschauerin. „Das war noch nie ein Problem für mich.“ Mit flinken, geübten Bewegungen schöpft sie die Sauce mit einer großen Kelle in weiße Plastikeimer.

Gitti ist gelernte Köchin. 25 Jahre hat sie in einer Kindertagesstätte gekocht. Als dort nach der Wende Personal abgebaut wurde, mussten drei Leute die Arbeit in der Küche von vormals acht Personen stemmen. Da ist Gitti gegangen. Durch Zufall landete sie 2005 bei mob e.V. Und ist nahezu unersetzbar geworden. „Sie ist die gute Seele in der Küche“, sagt Vorstandsmitglied Lothar Markwardt.

Um halb zwölf hat sich vor dem Tresen im Café eine Schlange aus sechs, sieben Wartenden gebildet. „Einmal Roulade“ ruft Gitti, die jetzt hinter den Tresen gewechselt ist, ihrer Kollegin in der Küche zu. Vier bis fünf verschiedene Mahlzeiten werden täglich im „Kaffee Bankrott“ angeboten. „Hausmannskost vor allem“, umschreibt Markwardt das Angebot. 1,50 bis 2,50 Euro kosten die Gerichte. Mitarbeiter, zu denen die strassenfeger-Verkäufer gezählt werden, zahlen jeweils ein Euro weniger. „Wir geben das Essen ganz bewusst nicht umsonst ab“, sagt Markwardt, „die Leute sollen sich nicht als Almosen-Empfänger fühlen.“

Essensausgabe des Kaffee Bankrott
Essensausgabe des Kaffee Bankrott

Gegen 14 Uhr lässt sich Gitti mit einer Tasse Kaffee am Mitarbeitertisch im Café nieder. „Gitti, hat wieder gut geschmeckt“, ruft jemand herüber. „Danke, freut mich!“, gibt die zurück. „Ganz klein haben wir in meiner Anfangszeit hier begonnen“, erinnert sie sich. Die Küche war damals viel kleiner, alles war irgendwie improvisiert. 2006 wurde dann endlich – dank einer großen Spende der Leser des „Tagesspiegel“ – die neue helle, geräumige Küche fertiggestellt und sogar Wolfgang Thierse, damals Bundestagspräsident, kam zur Einweihung. 2010 gab es dann einen neuen, großen Herd, auf dem sechs große Töpfe Platz haben. „Ein ganzes anderes Kochen ist das darauf“, meint Gitti.

In der Küche kühlt derweil das Essen für den nächsten Tag ab. Der Spätdienst wird es später in den Kühlraum stellen. Die Kollegen, die jetzt um 14 Uhr anfangen, geben warme Mahlzeiten noch bis abends aus. Um 20 Uhr schließt dann das Café. Gitti geht noch zur Kühltruhe und schaut nach den Vorräten. Woher nimmt die 61jährige die enorme Kraft? „Das weiß ich auch manchmal nicht“, sagt sie lachend, „heute Abend fallen mir aber ganz früh die Augen zu.“

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